Strompreisvergleich

Es gibt wohl kaum jemanden, der sich nicht über die ständig steigenden Strompreise gaärgert. Fast jedes Jahr wird der Strom teurer. Wer keine Möglichkeit hat, im Haushalt Strom zu sparen, dem bleibt meist nur ein Wechsel des Stromanbieters. Im Internet gibt es zahlreiche Portale, die Stromtarife vergleichen. Durch einen Wechsel des Stromlieferanten können Sie im Jahr bis zu mehreren 100 Euro sparen. Der Strompreisvergleich relativ einfach. Aber es gibt auch ein paar Fallstricke, die beim Vergleich der Stromtarife beachtet werden sollten.

Strompreisvergleich online
Mit einem Stromvergleich kann man in wenigen Minuten mehrere Hundert Euro im Jahr sparen

Wie viel kann man bei einem Wechsel des Stromanbieters sparen?

500 Euro Ersparnis im Jahr. Das ist der Betrag, mit dem die meisten Vergleichsportale versuchen, wechselwillige Kunden anzulocken. Das klingt zunächst einmal gut und ist eine stolze Summe. Diesen Betrag werden allerdings nur Verbraucher mit einem sehr hohen Stromverbrauch im Jahr einsparen können. Für einen Einpersonenhaushalt mit einem Verbrauch von etwa 1.800 bis 2.000 kWh beträgt die mögliche Ersparnis rund 100 bis 120 Euro pro Jahr.

Welche Informationen werden für den Stromtarifvergleich benötigt?

Der Vergleich auf einem Vergleichsportal ist relativ einfach. Sie benötigen in einem ersten Schritt Ihre Postleitzahl und den Jahresverbrauch. Ihren Jahresverbrauch finden Sie in der letzten Jahresabrechnung Ihres bisherigen Anbieters. Ihren alten Jahresverbrauch sollten Sie unbedingt eingeben, denn je genauer Ihre Angabe ist, umso sicherer können Sie sein, das richtige Angebot zu finden und die aufgelisteten Tarife mit Ihrem bisherigen Tarif wirklich vergleichen zu können.

Stromtarifvergleich – worauf muss ich achten?

Damit sie sich im Nachhinein nicht über einen möglicherweise für Sie um günstigen Stromtarif ärgern, sollten Sie darauf achten, dass der neue Tarif vier Kriterien in Ihrem Sinne erfüllt (gilt auch für den Gasvergleich). Dies sind die Vertragslaufzeit, die Kündigungsfrist, die Preisgarantie und die Frage, ob es eine automatische Verlängerung des Vertrages gibt.

Die Vertragslaufzeit: Die meisten Stromtarife werden mit einer Vertragslaufzeit von 12 oder 24 Monaten angeboten. Je kürzer die Vertragslaufzeit ist, um so schneller können Sie gegebenenfalls zu einem neuen und dann vielleicht noch günstigeren Anbieter wechseln.

Die Kündigungsfrist: Bei Stromverträgen mit einer kurzen Kündigungsfrist, beispielsweise einem Monat oder vielleicht auch sechs Wochen können Sie schneller erneut wechseln, wenn es günstigere Angebote gibt.

Die Preisgarantie: Dies ist ein ganz wichtiger Punkt bei einem Stromliefervertrag. Die neuen Verträge enthalten meist eine Preisgarantie, die Sie vor unerfreulichen Preiserhöhungen während der Laufzeit des Vertrages bewahrt.

Die bei den einzelnen Stromtarifen angegebene Preisgarantie trägt in den meisten Fällen den Zusatz „eingeschränkt“. Eingeschränkt bedeutet, dass sich die Anbieter vorbehalten, bei einer Änderung beispielsweise der Stromsteuer, der Abgaben nach dem EEG Gesetz oder einer Erhöhung der Mehrwertsteuer, den Preis für eine Kilowattstunde Strom anzuheben. Auf diese Faktoren haben die Anbieter keinen Einfluss und wollen eventuelle Erhöhungen natürlich an Sie weitergeben.

Auf jeden Fall sollten Sie darauf achten, dass die Vertragslaufzeit und die Laufzeit der Preisgarantie gleich lang sind. Wenn Sie bei einer zweijährigen Vertragslaufzeit nur eine Preisgarantie für 12 Monate haben, haben die Anbieter im zweiten Jahr freie Hand, die Preise zu erhöhen.

Stromanbieter und die automatische Verlängerung

Automatische Verlängerung:: Die meisten Stromlieferverträge verlängern sich am Ende der Laufzeit automatisch in der Regel um ein Jahr. Achten Sie darauf, ob der neue Vertrag eine automatische Verlängerung vorsieht. Falls dies der Fall ist, sollten Sie sich den spätestmöglichen Kündigungszeitpunkt gut sichtbar in Ihrem Kalender notieren, sobald Sie den neuen Vertrag in Händen halten. So werden sie den Zeitpunkt für die Kündigung nicht verpassen und können gegebenenfalls frühzeitig nach einem neuen Anbieter Ausschau halten

Haken bei besonders günstigen Stromtarifen

Bevor sie einen neuen Anbieter mit der Stromlieferung beauftragen, sollten Sie genau prüfen und überlegen, ob der Stromtarif dieses Anbieters wirklich zu Ihren Bedürfnissen passt. Insbesondere Stromtarife mit sogenannten Strompaketen, bei denen Sie eine vorher festgelegte Menge Strom in einem bestimmten Zeitraum kaufen, führen oft zu Mehrkosten, wenn Sie mehr oder weniger verbrauchen. Dann zahlen Sie meistens drauf und die am Anfang kalkulierte Ersparnis ist weg.

Oftmals finden sich in den Preisvergleichen der Vergleichsportale besonders günstige sogenannte Stromdiscounter. Setzen Sie bei diesen Anbietern nicht auf irgendein unbekanntes Unternehmen, das möglicherweise wegen der günstigen Preise nicht lange existiert und in Konkurs geht. Wählen Sie lieber eines der Tochterunternehmen der großen Energieversorger und schauen Sie sich die Konditionen des Stromtarif Vertrages ganz genau an.

Stromtarife mit Vorauskasse oder Kaution

Stromvergleich spart GeldBei normalen Strom-Lieferverträgen bezahlen Sie monatlich einen Abschlag auf Ihren voraussichtlichen Stromverbrauch. Bei Verträgen mit Vorauskasse müssen Sie Ihren Strom für einen im Vertrag festgelegten Zeitraum im Voraus bezahlen. Dadurch sind die Angebote manchmal verlockend günstig. Aber, wenn der Anbieter, wie in den vergangen Jahren zum Beispiel TelDaFax, Flexstrom oder BEV in dieser Zeit Insolvenz anmeldet, sind Sie Ihr Geld los und bekommen trotzdem keinen Strom.

Das Gleiche gilt für Verträge, bei denen Sie eine Kaution oder einen hohen Sonderabschlag bezahlen müssen. Bei diesen Tarifen bezahlen Sie gleich zu Beginn der Stromlieferung einen großen Betrag, der dann am Ende der Laufzeit entweder verrechnet oder Ihnen zurückerstattet wird. Auch hier gilt, wenn während der Vertragslaufzeit der Stromversorger Insolvenz anmeldet, sind Sie in aller Regel Ihr Geld los und müssen doppelt bezahlen, weil Sie einen neuen Stromlieferanten brauchen.

Stromvergleich: Unterschied zwischen Sofortbonus und Neukundenbonus?

Der Sofortbonus wird in der Regel 4 bis 8 Wochen nach Vertragsbeginn gewährt. Der Sofortbonus ist unabhängig vom jährlichen Stromverbrauch und wird pauschal vom Stromanbieter festgelegt und ausgezahlt. Die Auszahlung erfolgt also relativ schnell und es gibt in der Regel keine Probleme, wenn Sie nach einem Jahr den Anbieter wechseln.

Der Neukundenbonus ist im Prinzip ein Rabatt, den Sie vom Stromlieferanten am Ende des ersten Jahres der Stromlieferung erhalten. Der Neukundenbonus wird entweder mit der Jahresabrechnung verrechnet oder der Bonus wird Ihnen direkt auf Ihr Konto überwiesen. Beim Neukundenbonus gilt, dass er meist umso höher ist, je mehr Strom Sie verbrauchen. Ein Nachteil ist, dass es möglicherweise Probleme mit der Auszahlung gibt, wenn Sie nach einem Jahr oder früher den Anbieter wechseln.

Wie funktioniert der Wechsel des Stromanbieters?

Die Vergleichsportale machen Ihnen den Wechsel des Stromanbieters sehr einfach. Meist genügt ein Klick und der Wechsel geht seinen Gang. Die Mitarbeiter der Vergleichsportale kündigen den Vertrag bei Ihrem alten Anbieter und kümmern sich um den Vertrag beim neuen Anbieter. Dazu müssen Sie Ihre persönliche Daten, die Adresse, eine E-Mail-Adresse sowie die Bankverbindung und die gewünschte Zahlungsweise angeben. Zudem wird die Zählernummer Ihres Stromzählers und der Name des alten Anbieters sowie Ihre Kundennummer oder Vertragsnummer für eine automatische Kündigung des Anbieters benötigt. Nach wenigen Tagen erhalten Sie dann in der Regel den neuen Vertrag sowie das Datum des Beginns der Stromlieferung. Die Unterlagen bekommen Sie von den meisten Anbietern per E-Mail zugesendet.

Wenn Sie bisher bei Ihrem lokalen Energieversorger, dem sogenannten Grundversorger wie beispielsweise den Stadtwerken, Ihren Strom gekauft haben, können Sie in der Regel nach 14 Tagen Kündigungsfrist den Anbieter wechseln. Wenn Sie bereits bei einem neuen Anbieter sind, müssen Sie andere Kündigungsfristen beachten oder Sie haben einen Vertrag mit einer bestimmten Vertragslaufzeit. Dann ist der Wechsel erst am Ende der Vertragslaufzeit möglich, oder wenn der Anbieter innerhalb der Vertragslaufzeit den Strompreis erhöht. Dann haben Sie ein Sonderkündigungsrecht und können den Anbieter sofort wechseln.

Unterschied zwischen privaten und gewerblichen Stromtarifen

Private und gewerbliche Stromtarife unterscheiden sich oft im Preis, in der Liefermenge und in der Vertragslaufzeit. Meist gibt es bei gewerblichen Stromtarifen keine Boni, sondern höchstens eine eingeschränkte Preisgarantie für 12 oder 24 Monate. Bestimmte energieintensive Unternehmen erhalten einen günstigen Strompreis, damit sie im internationalen Wettbewerb nicht durch teure Strompreise benachteiligt werden.

Sind Stromvergleichsportale wirklich unabhängig und neutral?

Ob die großen und kleinen Vergleichsportale für Stromtarife wirklich unabhängig sind oder nicht, kann niemand so richtig sagen. Es wird zwar immer behauptet, aber wenn man berücksichtigt, wie sich diese Vergleichsportale finanzieren, bleiben doch Zweifel.

Vergleichsportale leben von Provisionen, die sie für einen vermittelten Stromliefervertrag erhalten. Wie hoch diese Provisionen sind, weiß im Grunde niemand, außer den Vergleichsportalen selbst. Daher könnte es sein, muss aber nicht, dass die Vergleichsportale bestimmte Anbieter, von denen sie hohe Provisionen erhalten, gewissermaßen pushen und in den Suchergebnissen weiter oben präsentieren. Schauen Sie sich die Tarife daher genau an.

Strompreisvergleich bei Stiftung Warentest

Auch Stiftung Warentest hat Strompreise verglichen und Vergleichsportale getestet. Das Ergebnis des Tests von Stiftung Warentest können Sie im Heft Finanztest 01/2018 nachlesen.

Stiftung Warentest hat bei seinem Vergleich zwei verschiedene Tarifmodelle gegenübergestellt. Einen sogenannten Bonustarif für aktive und flexible Tarife für bequeme Kunden. Dabei hat Stiftung Warentest festgestellt, dass aktive Stromkunden mit Bonus Tarifen mehr sparen können. Allerdings sollte dabei beachtet werden, dass sich Bonus Tarife meist automatisch nach Ende der Vertragslaufzeit um 12 Monate verlängern. Stiftung Warentest empfiehlt, auf jeden Fall die Abrechnung zu prüfen, ob der Bonus tatsächlich ausbezahlt wurde.

Flexible Tarife für bequeme Kunde sind beim Arbeits- und Grundpreis günstiger. Dafür gibt es praktisch nie einen Neukundenbonus. Der Vorteil ist, dass die Verträge im zweiten Vertragsjahr meist monatlich gekündigt werden können. Das heißt, flexible und bequeme Nutzer können ganz einfach den Anbieter wechseln, falls im zweiten Jahr eine Erhöhung des Strompreises ins Haus flattert. Sie haben dann keinen Zeitdruck und können in Ruhe einen neuen Anbieter über ein Vergleichsportal auswählen.

Das Ergebnis des Vergleichs von Stiftung Warentest ist, dass beispielsweise ein Haushalt in Berlin mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden pro Jahr bei einem Bonustarif etwa 382 EUR sparen kann, während hingegen bei einem flexiblen Tarif die Ersparnis bei nur rund 249 EUR im Jahr liegt.

Kritik von Stiftung Warentest an Stromvergleichsportalen

Die Tester von Stiftung Warentest haben bei Vergleichsportalen insbesondere kritisiert, dass auf den oberen Plätzen meistens für Verbraucher sehr ungünstige Tarife angeboten werden, die mit Boni, Preisgarantie etc. ausgestattet sind und einen objektiven Vergleich der Stromtarife so gut wie unmöglich machen. Aus diesem Grund haben die Vergleichsportale bei Stiftung Warentest insgesamt nicht gut abgeschnitten. Keines der untersuchten Portale hat ein „Sehr gut“ oder „Gut“ von den Testern erhalten. Das beste Vergleichsportal im Test von Stiftung Warentest erhielt die Note „Befriedigend„.

Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Steuern und Abgaben machen mit fast 55 % den Löwenanteil beim Strompreis aus. Darin sind unter anderem die Stromsteuer, Abgaben nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) sowie die Mehrwertsteuer enthalten. Mit nur rund 20 % sind die Kosten für die Produktion oder die Beschaffung des Stroms und die Verdienstspanne der Energieversorger ein relativ kleiner Anteil am gesamten Strompreis. Der Rest von etwa 24,5 % entfällt beim Strompreis auf die sogenannten Netznutzungsentgelte, die von den Stromversorgern für die Nutzung der Stromnetze bezahlt werden müssen. Die Zusammensetzung des Strompreises kann je nach Wohnort und Stromanbieter unterschiedlich sein. Entsprechend unterschiedlich kann auch das Einsparpotenzial ausfallen.

Strom aus Deutschland, Frankreich und Österreich wird an der Strombörse EEX (European Energy Exchange) in Leipzig frei gehandelt. Die Strombörse in Leipzig funktioniert dabei wie eine Wertpapierbörse, an der Aktien oder Edelmetalle gehandelt werden. Allerdings ist hier Strom das einzige Produkt, das in zeitlich abgegrenzten Mengen gehandelt wird. An der Strombörse in Leipzig werden Angebot und Nachfrage gebündelt, sodass die standardisierten Produkte einen geregelten Handel und einen Vergleich der Angebote ermöglichen. Dadurch sinken die Transaktionskosten für den Handel und der Strom wird im Prinzip billiger. Allerdings in den meisten Fällen nicht für die Stromkunden.

Was sind die größten Vergleichsportale für Stromtarife in Deutschland?

Mittlerweile können Sie im Internet eine ganze Reihe von Vergleichsportalen für den Stromtarifvergleich finden. Die bekanntesten und wohl auch größten sind Verivox und CHECK24. Diese Portale bieten in der Regel nicht nur einen Vergleich der Stromtarife, sondern auch für Gaspreisvergleich, Handyverträge und viele weitere mehr. Darüber hinaus bieten sie zahlreiche weitergehende Informationen zu den einzelnen Tarifen und, was Sie bei einem Wechsel beachten müssen.

Wer sind die größten Stromanbieter in Deutschland?

Den deutschen Strommarkt teilen sich im Grunde nur vier große Anbieter. Das sind

  1. RWE
  2. EON
  3. Vattenfall
  4. EnBW.

Alle drei Konzerne betreiben für die Stromerzeugung (noch) Atomkraftwerke, Kohle- und Gaskraftwerke sowie mittlerweile Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energien wie Wasserkraftwerke, Windkraftanlagen und Solaranlagen. EnBW (Energieversorgung Baden-Württemberg) beliefert hauptsächlich Kunden in Bayern und Baden-Württemberg. Vattenfall ist im Norden Deutschlands tätig und RWE/Eon in der Mitte Deutschlands. Die übrigen Stromlieferanten, die Sie in den Vergleichsportalen finden, kaufen den Strom an der Leipziger Strombörse oder direkt bei den großen Energieversorgern.

Ein Stromtarif Vergleich lohnt sich auf jeden Fall. Insbesondere wenn Sie noch nie Ihren Anbieter gewechselt haben, können Sie, egal ob Singlehaushalt oder großer Haushalt mit vielen Mitgliedern, sehr viel Geld sparen. Der Vergleich ist einfach und schnell durchgeführt. Probieren Sie einfach die verschiedenen Einstellmöglichkeiten bei den verschiedenen Portalen aus, und wählen Sie anschließend den für Sie günstigsten Tarif mit einem Klick. Die Vergleichsportale kümmern sich dann um den Wechsel.

Quellen:

https://stromrechner.com

https://www.test.de/thema/stromtarife/
https://www.check24.de/strompreisvergleich/


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